Mafia-Prozess am Landgericht Duisburg

Mutmaßliche Mitglieder der `Ndrangheta-Mafia kommen bald vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat jetzt 14 Männer angeklagt. Die Vorwürfe: Kokainhandel, Betrug und Geldwäsche. Außerdem sollen die Männer Mitglieder der `Ndrangheta-Mafia sein - oder sie zumindest unterstützt haben.

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Acht der Angeklagten sind aktuell in Untersuchungshaft. Die anderen wurden gegen Auflagen freigelassen. Außerdem will die Staatsanwaltschaft insgesamt fünf Millionen Euro einziehen. Bisher konnte sie schon Vermögenswerte in Höhe von 700.000 Euro sichern. Die Staatsanwaltschaft hat zusammen mit Kollegen aus Italien und den Niederlanden ermittelt, unter Beteiligung von Eurojust und Europol.

Mafia aus Süditalien

Die Männer sind alle im mittleren Alter und kommen aus unterschiedlichen Städten in NRW. Bei ihnen handelt es sich um deutsche, italienische, niederländische, marokkanische, portugiesische und türkische Staatsangehörige. Sie sollen die Taten zwischen Januar 2014 und Dezember 2018 begangen haben. Jetzt kommen die Männer vors Landgericht Duisburg. Wann das Verfahren losgeht, ist noch nicht klar. Die `Ndrangheta ist eine Mafia aus Kalabrien (Süditalien), die in ganz Europa, Amerika und Australien agiert. In NRW ist sie 2007 bekannt geworden, als es die Mafia-Morde in Duisburg gab.

Ermittlungen gegen Beamte

Ursprünglich liefen die Ermittlungen gegen insgesamt 58 Personen. Die Verfahren sind aber getrennt worden. Ein Teil davon wurde auch schon eingestellt, weil Strafverfahren in Italien, den Niederlanden und Belgien laufen. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine Regierungsbeschäftigte, zwei Polizisten und zwei städtische Mitarbeiter. Ihnen wird vorgeworfen, Dienst- und Privatgeheimnisse verraten zu haben. Nach aktuellem Stand wussten die Beschuldigten nicht, dass sie damit die `Ndrangheta-Mafia unterstützen. Sie haben es wohl aus persönlichen Gründen gemacht, sagt die Staatsanwaltschaft.

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