Kommunalwahl 2025 - Ulrike Bresa, Bündnis 90/Die Grünen

Sieben Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Wahl zum Oberbürgermeister bzw. zur Oberbürgermeisterin. Hier könnt ihr die Kandidatin der Grünen kennenlernen.

Oberbürgermeisterkandidatin Ulrike Bresa auf einer Treppe sitzend vor einem grünen Hintergrund
© Photo Mengede

1. Stadtentwicklung & Wohnen

Ich will Mülheim so weiterentwickeln, dass alle Menschen gut und gerne hier leben – heute und morgen. Dazu gehört eine nachhaltige Stadtentwicklung, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet. Bezahlbarer Wohnraum ist ein zentrales Thema. Wir brauchen mehr kleine Wohnungen für Singles und Ältere, aber auch familiengerechten Wohnraum. Dabei setze ich auf Nachverdichtung, Aufstockungen und die Reaktivierung brachliegender Flächen – statt auf neue Versiegelung.

Mit einer Stadtentwicklungsgesellschaft will ich gezielt Bodenpolitik betreiben, um Wohnraum und Wirtschaftsflächen gemeinwohlorientiert zu entwickeln. In der „Parkstadt“ in Speldorf und auf ehemaligen Industrieflächen wie dem Vallourec-Areal zeige ich, wie nachhaltiges Bauen, Arbeiten und Leben gemeinsam gedacht werden kann – mit Photovoltaik, Dachbegrünung und klimafreundlicher Mobilität.

Gleichzeitig möchte ich unsere Stadt klimaresilient gestalten: Entsiegelung, Stadtgrün, Regenwasserrückhalt und gute Aufenthaltsqualität auch in dicht besiedelten Vierteln sind dafür entscheidend. Das gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Auch unsere Stadtteilzentren müssen gestärkt werden. Sie sind Orte der Begegnung, Versorgung und Identität. Niemand sollte länger als 15 Minuten zu Fuß oder per Rad unterwegs sein müssen, um das Nötigste zu erreichen. Wir wollen lebenswerte Quartiere für alle Generationen schaffen – mit guten Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten im direkten Wohnumfeld.

Ich setze mich für eine Stadtentwicklung ein, die das Gemeinwohl stärkt, Vielfalt ermöglicht und Ressourcen schont – sozial gerecht, klimagerecht und zukunftsfähig. 

2. Klima & Mobilität

Der Schutz unseres Klimas ist für mich keine Option, sondern Pflicht. Die Klimakrise ist längst in Mülheim angekommen – mit Hitzewellen, Starkregen und steigender Belastung für Mensch und Natur. Wir müssen unsere Stadt konsequent auf Klimaneutralität bis 2035 ausrichten und gleichzeitig dafür sorgen, dass alle Menschen sicher und gut mobil sein können.

Deshalb setze ich auf eine echte Mobilitätswende: Wir stärken den Umweltverbund – also Rad-, Fuß- und Nahverkehr – und schaffen mehr Platz für umweltfreundliche Fortbewegung. Ein gutes Beispiel ist der neue alltagstaugliche Radweg an der Kaiserstraße. Solche Maßnahmen brauchen wir stadtweit – sicher, durchgängig und mit guten Abstellmöglichkeiten. Der ÖPNV muss zuverlässig, barrierefrei und bezahlbar sein.

Wir fördern emissionsfreie Antriebe, bauen Ladeinfrastruktur aus und sorgen dafür, dass Mobilität für alle bezahlbar bleibt – z.B. durch Jobticket, Schulticket und Sharing-Angebote. Gleichzeitig werden wir Quartierskonzepte mit kurzen Wegen fördern, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden.

Klimaschutz heißt auch: bestehendes Stadtgrün bewahren! Darum lehne ich die geplante Bebauung des Feldmann-Parks in Styrum ab. Es ist das letzte größere Stück Grün im Stadtteil, ein Ort der Erholung – gerade in einem dicht besiedelten und klimatisch belasteten Quartier. Schulflächen ja – aber nicht auf Kosten von Natur, Stiftungsgedanken und Lebensqualität. Es gibt Alternativen!

Auch die Sauberkeit unserer Stadt verdient mehr Aufmerksamkeit. Müll darf nicht zur Normalität werden – weder in Parkanlagen noch auf Straßen. Deshalb setze ich mich für klare Zuständigkeiten, mehr Präsenz und verbindliche Sauberkeitsstandards im öffentlichen Raum ein. 

3. Soziales Miteinander & Teilhabe

Mülheim ist eine Stadt der Vielfalt. Menschen aus über 100 Nationen leben hier, mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erfahrungen und Hintergründen. Ich will, dass alle sich hier zuhause fühlen – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht oder sozialem Status.

Das beginnt im Alltag: Gute Kitas und Schulen, faire Chancen auf Bildung und Ausbildung, wohnortnahe Gesundheitsversorgung und Freizeitangebote. Wir wollen Spielplätze inklusiv gestalten, Jugendzentren stärken und Beteiligung ernst nehmen: mit Jugendstadtrat, Senior*innenrat und einem Kinderrat.

Ich setze mich dafür ein, dass Mülheim kinder- und altersfreundlich bleibt. Wir wollen Angebote für Familien, Alleinstehende und ältere Menschen ausbauen – von barrierefreien Quartieren über Treffpunkte bis hin zu mehr öffentlichen Toiletten und einer sauberen Umgebung. Denn Sauberkeit ist auch eine Frage des Respekts – gegenüber den Menschen, die hier leben.

Kultur und Sport verbinden Menschen. Wir fördern die freie Szene, investieren in Freizeitorte und stärken das Ehrenamt – gerade im Einsatz für ein solidarisches Miteinander. Ich will, dass alle Kinder unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern schwimmen lernen können und Jugendliche echte Mitgestaltung erleben – auch bei der Entwicklung ihrer Stadtteile.

Integration heißt für mich: gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Würde. Deshalb brauchen wir eine interkulturell offene Verwaltung, mehrsprachige Infos, starke Integrationsarbeit und klare Kante gegen Diskriminierung. Demokratie in Mülheim lebt vom Miteinander, nicht von Hass und Hetze.

Zuletzt: Was motiviert Sie persönlich, Oberbürgermeister dieser Stadt werden zu wollen?

Mülheim ist meine Heimat – hier bin ich aufgewachsen, hier lebt meine Familie, hier arbeite ich seit über 30 Jahren im kommunalen Umweltschutz. Ich kenne die Stadt in ihren Stärken und Herausforderungen – von der Hochwasserlage bis zur Renaturierung, vom Klimaschutz bis zum Konflikt um Flächen wie den Feldmann-Park. Ich will nicht zusehen, wie Natur zerstört oder Vertrauen verspielt wird.

Mich motiviert der Wunsch, Mülheim zukunftsfest und lebenswerter zu gestalten: klimaresilient, sozial gerecht und wirtschaftlich stark. Ich will, dass alle Menschen hier sicher, gesund und mit guten Perspektiven leben können.

Als Oberbürgermeisterin will ich zuhören, vermitteln, umsetzen – für alle 175.000 Mülheimer*innen. Ich bringe Fachwissen, Erfahrung und Tatkraft mit. Und ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen – für die Stadt, die mir am Herzen liegt. Gemeinsam können wir viel bewegen.

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