Kommunalwahl 2025 - Cedric Zahn, Parteilos

Sieben Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Wahl zum Oberbürgermeister bzw. zur Oberbürgermeisterin. Hier könnt ihr den parteilosen Kandidaten Cedric Zahn kennenlernen.

Oberbürgermeisterkandidat Cedric Zahn vor städtischem Hintergrund
© Cedric Zahn

1. Stadtentwicklung & Wohnen

Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum. Wichtig ist, dass in zukünftigen Bauprojekten - egal ob Neubau oder Sanierung - möglichst viele Personen/Familien davon profitieren.

Bedeutend ist mir hierbei, dass wir die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bestmöglich miteinbeziehen. Wir müssen schauen, die neuen Projekte nach dem Bedarf auszulegen, der sich aus unserer städtischen Gesellschaft ergibt.

Den Familientraum, ein Einfamilienhaus beziehen zu können, möchte ich keineswegs verderben. Dennoch werden aktuell zu viele Neubauten auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Wenn wir versuchen, verschiedene Wohnformen zu einen und im Umfeld Treffpunkte und kurze Wege zu Supermärkten etc. ermöglichen, könnten wir hier neue Standorte für jeden schaffen. Eine soziale Mischung könnte wieder zu einem besseren gemeinsamen Zusammenleben führen.

Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Aufenthaltsqualität von öffentlichen Plätzen und Begegnungspunkten verbessert. Daher muss ein weiterer Fokus auf der öffentlichen Raumaufwertung liegen. Eine tragende Rolle spielt die Vermehrung von Grünflächen, genauso wie die Sauberkeit und Sicherheit. Mein Ziel ist hierbei, dass sich alle Generationen im öffentlichen Raum wohlfühlen. Egal, ob am Wasserbahnhof, auf dem Rathausmarkt oder auf der Schlossstraße. Durch mehr Grün und weniger Leerstand können hier wieder lebendige Orte entstehen, wo Begegnung, Kultur und Gastronomie wieder gelebt werden können.

Entscheidend ist hierbei der Aspekt der gegenseitigen Rücksichtnahme. Aus diesem Grund müssen wir versuchen, das städtische Zusammenleben wieder zu stärken und die allgemeine Lebensqualität in Mülheim aufzubessern.

Allgemein muss in Mülheim die Bürgerbeteiligung deutlich stärker in politische Entscheidungsprozesse miteinbezogen und berücksichtigt werden. Stadtentwicklung gestaltet man gemeinsam und nicht, weil man denkt, man weiß, was die meisten wollen.

Demografischer Wandel, die Mülheimer Haushaltslage und Klimaschutz brauchen vorausschauendes Handeln. Deshalb müssen wir klug investieren und langfristig denken, statt Hals über Kopf den Wandel herbeizwingen zu wollen.

2. Klima & Mobilität

Klimaschutz beginnt in erster Linie direkt bei uns selbst und man ist für sein Handeln verantwortlich. In Bezug auf die Stadt ist mein Ziel, die Ausweitung von Grünflächen und deren Pflege zu optimieren. Stark bebaute Stadtteile müssen durch „grüne Inseln“ gekühlt werden. Dieses Vorhaben würde sich gleich positiv auf das Erscheinungsbild und die oben genannte Aufenthaltsqualität auswirken.

Ich möchte Mülheim im Laufe meiner Amtszeit klimafest gestalten. Unsere öffentlichen Gebäude – Kitas, Schulen, Verwaltungsgebäude – müssen energetisch saniert und bestmöglich mit Solaranlagen ausgestattet werden. Die Begrünung von Fassaden könnte ebenfalls noch stärker gefördert werden. Wichtig ist hierbei zu betonen, dass das kein Prozess ist, den man innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt bekommt. Diese Vorhaben müssen auf langfristige Sicht umgesetzt werden und in zukünftige Bauprojekte und Bauvorhaben mit größerer Gewichtung berücksichtigt werden.

Klimaschutz ist wichtig. Deshalb muss er sozial verträglich, alltagstauglich aber vor allem realistisch umgesetzt werden.

In Mülheim soll es einen Verkehrsmix geben, der allen dient. Wichtig ist ein leistungsfähiger ÖPNV. Taktgefühl ist der Schlüssel für die Zufriedenheit der Fahrgäste. Mein Ziel ist hierbei insbesondere die Berücksichtigung der Bürgerinnen und Bürger, die bei Fahrplananpassungen miteinbezogen werden müssen. Insbesondere Berufspendler, Schülerinnen und Schüler und Personen aus städtischen Randgebieten müssen die Chance bekommen, bei diesem Thema mitreden zu dürfen.

Das Radwegenetz in Mülheim soll weiter ausgebaut werden. Allerdings darf die Umsetzung nicht zu Lasten der Mehrheit – dem motorisierten Straßenverkehr – erfolgen. Eine Verkehrswende ist möglich und sinnvoll. Jedoch darf sie nicht aufgrund parteipolitischer Ideologien im „Kopf durch die Wand“-Modus erfolgen und Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen. Pflegedienste, Handwerksbetriebe, Familien und Berufspendler mit weiten Strecken sind auf das Auto angewiesen, weshalb nicht gegen das Auto gedacht werden darf, sondern das Fahrrad eine kluge Ergänzung sein soll und eine Alternative darstellt.

3. Soziales Miteinander & Teilhabe

Bürgerbeteiligung hat im Rahmen meiner Kandidatur oberste Priorität. Während meiner Amtszeit möchte ich ein Projekt einleiten, das politische Teilhabe unkompliziert, verständlich und transparent ermöglicht – auch im digitalen Sinne. Es soll ein lokales Abstimmungstool errichtet werden, bei dem alle ihre Meinung zu entscheidenden und richtungsweisenden Themen abgeben können, auch wenn es nur ein „Ja, ich bin dafür“ oder „Nein, ich bin dagegen“ dient. Wir brauchen eine Möglichkeit, ein Stimmungsbild der städtischen Gemeinschaft einzuholen.

Ein gutes und soziales Miteinander entsteht nicht von allein. Wir müssen wieder mehr dafür sorgen, dass es Begegnungsmöglichkeiten und Treffpunkte gibt. Mülheimer Events wie das Drachenbootrennen, die Bierbörse, der Saarner Feierabendmarkt, Wein Doch und das Kinderfest auf der Heimaterde sind ideale Vorlagen, um sich weiter um solche Veranstaltungen zu bemühen.

Entscheidend ist, dass wir die Vielfältigkeit unserer Stadt nutzen, um neue Events ins Leben zu rufen. Kulturelle Feste und Projekte könnten möglicherweise mehr in die zuvor genannten Events aus Mülheim mit integriert werden und durch Kooperationen den Umfang der anzusprechenden Zielgruppe erweitern. Kultur verbindet und soll die Lanze zum besseren sozialen Miteinander brechen.

Integration in Mülheim muss deutlich stärker gefördert werden. Es ist wichtig, dass wir die Leute dazu sprechen lassen, die selbst von diesem Thema betroffen sind. Daher ist die Arbeit des Integrationsrates unerlässlich und muss ausgebaut werden. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, aber insbesondere der Sprachbarriere noch deutlicher entgegenwirken müssen. Vor allem in Schulen und Kitas ist es entscheidend, dass dieses Problem angegangen wird. Deshalb ist es wichtig, mit den Leuten durchgängig im Gespräch zu sein und gemeinsam diesen Weg zu bestreiten.

Chancengleichheit beginnt mit Bildung. Wichtig ist, dass besonders in der Schule alle mit nahezu gleichen Bedingungen starten, was den Integrationsprozess umso bedeutsamer macht. Wir müssen einen Prozess entwickeln, der diesen geschlossenen Kreis realistisch, fair definiert und eine Umsetzung bestmöglich vorgibt.

Zuletzt: Was motiviert Sie persönlich, Oberbürgermeister dieser Stadt werden zu wollen?

Mein Ziel als parteiloser Einzelbewerber ist, die Politik nahbarer, transparenter und moderner zu gestalten.

Ich bin kein Berufspolitiker. Ich bin ein Bürger dieser Stadt – so wie viele andere auch. Und genau deshalb möchte ich Verantwortung übernehmen: flexibel, mit offenem Ohr, klarer Sprache und dem Mut, Dinge anders zu machen. Ich habe Vertrauen in die Stadtverwaltung und deren Mitarbeiter. Mit ihnen zusammen möchte ich meine Amtszeit nutzen, um zu zeigen, wie Politik noch funktionieren kann.

Ich verspreche keine Wunder. Aber ich verspreche, bestmöglich auf das zu hören, was für die Mehrheit in Mülheim entscheidend ist.

Meine Zielgruppe sind Personen, die sich von den Parteien nicht genug vertreten fühlen oder bisher Nichtwähler waren. Ich möchte zeigen, dass Kommunalpolitik mehr kann, wenn jenseits parteipolitischer Ideologien und deren Grenzen gearbeitet wird. Die Sache muss entscheidend sein und nicht nur der Parteiwille.

skyline