VHS-Bürgerentscheid am 6. Oktober

Am Sonntag läuft bei uns in Mülheim der Bürgerentscheid zum Erhalt der VHS in der Müga. Wir haben die wichtigsten Infos und Meinungen für euch zusammengefasst.

© Ralf Geithe - Fotolia

Die Ausgangslage

Die VHS in der Müga ist seit Herbst 2017 geschlossen. Feuerwehr und Bauaufsicht hatten damals aus Brandschutzgründen die sofortige Schließung veranlasst. Außerdem hatten einige Gutachten und Überprüfungen weitere Mängel am Gebäude festgestellt.

Danach fanden die VHS-Kurse an unterschiedlichen Standorten statt. Seit Herbst 2018 laufen die Kurse am neuen VHS-Standort an der Aktienstraße und übergangsweise auch in der ehemaligen Hauptschule an der Bruchstraße. Mittlerweile hat die Stadt mehr Räume an der Aktienstraße angemietet, sodass der VHS-Betrieb zentral am neuen Standort laufen kann.

Seit Anfang 2018 ist die Bürgerinitiative "Erhalt unserer VHS in der MüGa" aktiv und möchte den alten VHS-Standort in der Müga retten. Dafür hat sie Unterschriften gesammelt und einen Bürgerentscheid beantragt. Am 6. Oktober entscheiden wir Mülheimer, wie es mit der VHS weitergehen soll.


Auf der Homepage der Stadt findet ihr alle Infos zur Ausgangslage.

Das sagt das Gutachten

Im Frühjahr 2018 hat der Rat der Stadt ein Gutachten zur VHS ausgeschrieben. Das Gutachten sollte untersuchen, welche VHS-Variante am wirtschaftlichsten ist: eine Sanierung der VHS in der Müga, ein Neubau auf einem städtischen bzw. fremden Grundstück oder die weitere Anmietung der VHS an der Aktienstraße.

Das Gutachten spricht sich für die weitere Anmietung aus, weil es für die nächsten 30 Jahre die günstigste Variante ist. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 12,2 Millionen Euro, während die Sanierung der VHS in der Müga rund 30,3 Millionen Euro kosten würde. Die anderen Varianten sind deutlich teurer als die Anmietung der Aktienstraße und günstiger als die Sanierung der alten VHS in der Müga.

Weitere Infos zum Gutachten gibt es auf der Internetseite der Stadt.

Das sagt die Stadt

Der neue VHS-Standort an der Aktienstraße sei gut für die Erwachsenenbildung geeignet. Die Räume seien gut ausgestattet, besser als viele Schulen. Außerdem habe die Stadt weitere Räume in dem Gebäude angemietet, sodass der neue Standort mittlerweile rund 3.000 Quadratmeter groß ist. Der VHS-Betrieb laufe bald zentral an der Aktienstraße.

Das größte Argument für den neuen VHS-Standort an der Aktienstraße sind für die Stadt aber die Kosten. Die Anmietung des Gebäudes an der Aktienstraße koste auf 30 Jahre gerechnet rund 12 Millionen Euro, eine Vollsanierung der VHS in der Müga dagegen rund 30 Millionen Euro. Das Geld fehle dann für die Sanierung von Schulen und Sportanlagen.

Nur den Brandschutz zu erneuern, reiche nicht aus. Die Stadt müsse auch statische Dinge verbessern und Gewerke neu machen. Dann würden auch Schadstoffe eine Rolle spielen.

Das alte VHS-Gebäude in der Müga soll nach einem "Nein" beim Bürgerentscheid weiter öffentlich genutzt werden und eventuell verkauft werden. Zuletzt sei die Fachhochschule der Polizei an dem Standort interessiert gewesen, dann aber nach Duisburg gezogen. Die Stadt geht davon aus, dass sich aktuell noch viele öffentliche Nutzer zurückhalten, weil die Entscheidung noch nicht gefallen ist.

Das sagt die Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative "Erhalt unserer VHS in der MüGa" möchte, dass der alte Standort in der Müga saniert und der VHS-Betrieb dort wieder aufgenommen wird. Das Gebäude an der Bergstraße sei für die Erwachsenenbildung hervorragend geeignet und gehöre zur Mülheimer Kultur mit Schloss Broich, Camera Obscura, Ringlockschuppen, Stadthalle und Müga-Park.

Der neue Standort an der Aktienstraße sei einfach zu klein. Ein Teil der Kurse müsse ausfallen und die Teilnehmerzahlen seien eingebrochen.

Laut Bürgerinitiative sei es ausreichend, den Brandschutz zu erneuern. Dann könne die Stadt das VHS-Gebäude abschnittsweise sanieren, wenn das notwendig ist. Die Kosten würden dann deutlich unter den 30 Millionen Euro liegen, weil keine Vollsanierung notwendig sei.


Auf der Homepage der Stadt findet ihr die ausführlichen Stellungnahmen.

Das sagt der Sportbund

Der Mülheimer Sportbund spricht sich für ein "Nein" beim Bürgerentscheid zum Erhalt der VHS in der Müga aus. Der Grund: Wenn die VHS komplett saniert wird, sei kein Geld mehr für die Sanierung der Sporthallen und Bäder da. Die Anlagen müssten aber dringend erneuert werden, damit sie weiter genutzt werden können, sagt der Sportbund. Ohne Sanierung könnten in Zukunft auch der Schwimm- und Sportunterricht der Schulen ausfallen. Im Gegensatz dazu müsse die VHS in der Müga nicht zwingend erneuert werden, um den Betrieb sicherzustellen. Die Volkshochschule könne stattdessen die Räume an der Aktienstraße nutzen.

Eine andere Idee

Eine ganz andere Idee hat Jürgen Abeln aus Saarn. Er sagt, mit "Nein" stimmen – also die alte VHS nicht sanieren. Er möchte nämlich ein Bürgerzentrum auf dem Müga-Gelände: eine Mischung aus Bildungszentrum, Freizeitzentrum, Veranstaltungsraum und Treffpunkt für alt und jung.

Finanziert werden könne das über Sponsoring, Spenden, Crowdfunding und Fördermittel. Eine konkrete Idee: Ein Unternehmen oder eine Privatperson spendet einen gewissen Betrag und dafür wird ein Raum danach benannt.

Außerdem ist sich Abeln sicher, dass die Stadt das alte VHS-Gebäude nicht verkauft bekommt. Es sei für Unternehmen nicht geeignet und ein Umbau sei auch nicht möglich, weil das Gebäude denkmalgeschützt ist.

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