RB Leipzig dominiert Spitzenspiel in Augsburg

FC Augsburg - RB Leipzig
© Matthias Balk (dpa)

4. Spieltag

Augsburg (dpa) - Yussuf Poulsen erwischte einen künstlerischen Glücksmoment als Joker. Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung entschied der Angreifer von RB Leipzig das überraschende Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga beim FC Augsburg mit einem traumhaft schönen Volleyschuss aus spitzem Winkel.

Die Sachsen demonstrierten am Samstag beim hochverdienten 2:0 (1:0) nicht nur bei Poulsens Geniestreich in der 66. Minute ihre größere individuelle Klasse, sondern sie stellten auch das deutliche reifere Kollektiv.

«Wir waren dominant in vielen Phasen des Spiels», sagte Poulsen beim TV-Sender Sky. Vor seinem Kunstschuss mit dem linken Fuß beim ersten Ballkontakt hatte der Spanier Angeliño (45.) mit dem Kopf getroffen. «Es war ein kompliziertes Spiel in der ersten Halbzeit. Wir sind froh über die zehn Punkte, die wir jetzt haben», sagte Trainer Julian Nagelsmann. Neun Liga-Auswärtsspiele ohne Niederlage in Serie sind Vereinsrekord für die Leipziger.

Die Augsburger waren bei ihrer ersten Saison-Niederlage fast 90 Minuten mit Verteidigen beschäftigt. Offensiv traten sie selten in Erscheinung. «Die Leipziger spielen besser Fußball, wir müssen das akzeptieren», sagte FCA-Torwart Rafal Gikiewicz enttäuscht. Beim 2:0 im ersten Heimspiel gegen Borussia Dortmund hatten die Augsburger noch davon profitiert, dass 6000 Zuschauer ihr Team lautstark unterstützen konnten. Diesmal durften wegen der gestiegenen Corona-Infektionen keine Fans in die WWK-Arena.

Drei Tage vor dem Champions-League-Start gegen den türkischen Meister Istanbul Basaksehir liefen die Leipziger gegen die tief stehenden Augsburger lange Zeit erfolglos an. Nagelsmann verzichtete wie schon beim 4:0 gegen Schalke zunächst auf einen zentralen Angreifer. So fehlte dem Offensivspiel die Zuspitzung, der Ballbesitz fand oft in ungefährlichen Räumen statt. «Unser Ziel war es, solange wie möglich keine Großchancen zuzulassen», erläuterte FCA-Coach Heiko Herrlich.

Im Mittelfeld fehlte den Leipzigern nach einem positiven Corona-Testergebnis Amadou Haidara. Das Führungstor entsprang einer energischen Aktion von Dani Olmo. Der Spanier zog mit dem Ball im Strafraum zur Grundlinie, lupfte dann eine Flanke gefühlvoll auf den zweiten Pfosten, wo der nur 1,75 Meter große Angeliño einköpfte.

Der FCA reagierte fast nur, kam ohne den zunächst auf der Bank sitzenden Torjäger Florian Niederlechner, der nach Auskunft von Herrlich nicht ganz fit war, kaum vor das Tor des Gegners. Die beste Szene ergab sich nach einem Freistoß von Michael Gregoritsch. Den scharf vor das Leipziger Tor geschlagenen Ball erwischte Tobias Strobl allerdings nicht richtig mit dem Kopf (33.).

Mit einem Dreifachwechsel versuchte Herrlich, der nach einer überstandenen Erkrankung wieder coachen konnte, nach 53 Minuten, seinem Team den dringend benötigten offensiven Schwung zu geben. Neben Niederlechner kamen Ruben Vargas und Carlos Gruezo.

Die nächsten Chancen erspielten sich aber die Gäste. Der hinten souveräne und zudem sehr zweikampfstarke Dayot Upamecano spitzelte nach einem Freistoß den Ball Richtung Tor, aber Augsburgs Verteidiger Mads Petersen klärte noch so eben auf der Linie (60.).

Sechs Minuten später sorgte Poulsen dann für den Höhepunkt des gesamten Spiels. Eine Kombination über Marcel Halstenberg und Olmo vollendete der Däne mit seinem Volleyschuss - ein Kunstwerk. Es war die Vorentscheidung, da Niederlechner bei einem Alleingang Richtung Tor zu schwach abschloss (82.). Der eingewechselte Hee-Chan Hwang verpasste bei einem Lattenschuss noch das dritte Leipziger Tor.

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