
Justiz: Fake-Spediteure vor Gericht
Mit einem simplen E-Mail-Trick haben Betrüger Frachten im Wert von mehr als 800.000 Euro abgezweigt – darunter versuchten sie auch in Mülheim, 380.000 Tafeln Schokolade zu stehlen. Das Landgericht Düsseldorf hat jetzt vier Männer verurteilt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 07:22
Die Masche war erschreckend einfach: Die Gruppe nutzte die Daten einer bekannten Bremer Spedition und meldete sich bei einer Online-Frachtbörse an – mit einer E-Mail-Adresse, die sich nur durch die Endung „.com" statt „.de" unterschied. So nahmen sie im Namen der echten Spedition Transportaufträge an, holten die Waren bei den Absendern ab und lieferten sie nie aus. In Mülheim versuchten sie mit fünf Lastwagen, Schokolade im Wert von rund 1,1 Millionen Euro zu ergaunern. Andernorts gelang die Masche: In Neuss etwa wurden 20 Tonnen Milchprodukte gestohlen und für weniger als die Hälfte des Wertes weiterverkauft. Das Gericht legte einen Gesamtschaden von gut 800.000 Euro zugrunde und verurteilte den Hauptangeklagten zu fünf Jahren und vier Monaten Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.