Betrug mit Corona-Soforthilfen

4,4 Milliarden Euro hat das Land NRW in den vergangenen Wochen an Corona-Soforthilfen ausgezahlt. Das Geld ging nicht nur an Unternehmen oder Selbständige, sondern auch an Betrüger. 

Kriminalität Polizei

In allen Bundesländern geht die Polizei vielen Anzeigen wegen Betrügereien mit den Corona-Soforthilfen nach. Aktuell sind des bundesweit etwa 2.200 Anzeigen - und täglich kommen Anzeigen dazu. 

Bei uns in NRW ist ein Schaden von mindestens 270.000 Euro entstanden. In Wahrheit dürfe der Schaden deutlich höher liegen: Erstens sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und zweitens ist die Zahl von vor etwa zwei Wochen aus dem Rechtsausschuss des Landtags. Neuere Zahlen gibt es im Moment nicht. Aus dem Landeskriminalamt heißt es lediglich, es handle sich um eine hohe sechsstellige Summe. Man darf also davon ausgehen, dass das noch nicht das Ende ist: Bei den Staatsanwaltschaften gingen noch im Mai nahezu täglich neue Anzeigen ein. Bei insgesamt 4,4 Milliarden Euro, die ausgezahlt wurden, sind es im Moment aber noch relativ niedrige Summen, die durch Betrügereien abgegriffen wurden.

Verschiedene Betrugsmaschen

Die größte und erfolgreichste Masche ist die mit den Fake-Seiten: Auf diesen Seiten geben nichts Böses ahnende Antragsteller ihre Daten ein. Die Daten werden von den Betrügern nur um die Bankverbindung geändert und dann an das Ministerium weitergeleitet. Eine andere Masche ist: Es werden Hilfsgelder für Unternehmen beantragt, die es gar nicht gibt. In NRW werden seit Auffliegen der Betrügereien rund um Ostern die angegebenen Bankverbindungen überprüft, ob sie dem Finanzamt bekannt sind. Erst, wenn auch das Finanzamt die Bankverbindung dem angegebenen Namen zuordnen kann, fließt das Geld. 

Autor: José Narciandi

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