
Bauarbeiter in Mülheim: Rente mit 67 utopisch
Von rund 2.000 Bauarbeitern in Mülheim sind gerade einmal 110 älter als 63 Jahre. Die Gewerkschaft IG BAU zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Wer auf dem Bau arbeitet, hält das körperlich meist nicht bis zur Rente durch.
Veröffentlicht: Donnerstag, 09.07.2026 14:00
Maurer, Dachdecker oder Straßenbauer schuften bei Hitze und Frost – für viele ist der Körper schon vor dem 60. Geburtstag am Limit, so die IG BAU. Die geplanten Rentenreformen der Bundesregierung gehen der Gewerkschaft deshalb in die völlig falsche Richtung: Das mögliche Aus für die Rente mit 63 treffe in Mülheim allein rund 27.400 Baby-Boomer, die in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen wollen – viele davon mit vollen 45 Beitragsjahren. Die IG BAU fordert stattdessen flexiblere Übergänge in den Ruhestand, angepasst an die körperliche Belastung des jeweiligen Berufs – einen sogenannten „Expresszugang" für Branchen mit besonders harter Arbeit. Außerdem müsse das Rentenniveau gesetzlich bei mindestens 48 Prozent gehalten und langfristig auf 53 Prozent angehoben werden. Die Mülheimer Bundestagsabgeordneten ruft die Gewerkschaft auf, in Berlin für diese Korrekturen einzutreten.